
Es gibt Dinge, die nichts von uns wollen.
Keinen Kommentar.
Keine Meinung.
Kein Verstehen.
Dieses Bild ist eines davon.
Du musst es nicht mögen.
Du musst es nicht einordnen.
Du musst nichts „daraus machen“.
Bleib einfach hier.
So lange du willst.
Hinsehen ohne Auftrag
Wir sind daran gewöhnt, dass Bilder etwas sollen:
interessant sein, berühren, erklären, unterhalten.
Dieses hier tut nichts davon – zumindest nicht auf Knopfdruck.
Und genau darin liegt seine Qualität.
Wenn nichts geschieht, darf auch in dir etwas aufhören.
Der innere Kommentar wird leiser.
Die Suche nach Bedeutung lässt nach.
Nicht, weil du dich bemühst –
sondern weil es nichts gibt, woran du dich festhalten müsstest.
Wie im Museum
Vielleicht kennst du diesen Moment:
Du sitzt vor einem Bild, das auf den ersten Blick nichts Besonderes hat.
Du bleibst trotzdem.
Nach einer Weile verändert sich nicht das Bild –
sondern dein Blick.
Zeit wird weich.
Gedanken verlieren ihre Dringlichkeit.
Du bist da, ohne etwas zu wollen.
Genau dafür ist dieser Raum gedacht.
Kein Tun, kein Fortschritt
Hier gibt es:
-
keine Erkenntnis, die du erreichen sollst
-
keine Stimmung, die entstehen muss
-
kein Ziel, das du verfehlst, wenn du früher gehst
Du kannst jederzeit aufhören.
Oder bleiben.
Oder zurückkommen.
Alles ist gleich gültig.
Stille als Angebot
Wenn du merkst, dass du innerlich ruhiger wirst,
dann nicht, weil dieses Bild etwas macht.
Sondern weil du für einen Moment aufgehört hast,
etwas aus dir machen zu müssen.
Mehr ist nicht nötig.
Du kannst diesen Beitrag einfach schließen.
Oder noch eine Weile bleiben.
Beides ist richtig.
